Voraussetzungen und Einstieg
- Voraussetzungen: Shopware 6.5 (ab 6.5.8), 6.6 oder 6.7 – die Erweiterung erscheint in plattformgebundenen Versionslinien (2.x / 3.x / 4.x) und der Shopware Store liefert automatisch die passende. PHP 8.1+ unter Shopware 6.5, PHP 8.2+ unter 6.6 und 6.7. Die SwagPayPal-Erweiterung benötigen Sie nur für Upsells bei PayPal-Bestellungen.
- Nach der Installation öffnen Sie Marketing > Cross-Selling & Upselling. Der Adminbereich hat vier Reiter: Kampagnen, Analyse, Aktivität und Status.
- Der Hauptschalter ist standardmäßig eingeschaltet. Wenn Sie zuerst in Ruhe Kampagnen vorbereiten möchten, deaktivieren Sie ihn in den Einstellungen der Erweiterung und schalten ihn nach dem Test wieder ein.
1. Globale Einstellungen prüfen
Öffnen Sie Einstellungen > Erweiterungen > Meine Erweiterungen > Cross-Selling & Upselling nach dem Kauf > Konfigurieren.
Cross-Selling & Upselling nach dem Kauf
- Angebote nach dem Kauf aktivieren – Hauptschalter, standardmäßig an.
- Gültigkeit des Angebots-Links (Minuten) – Standard 30 Minuten, begrenzt auf 5 bis 120 Minuten.
E-Mails, Aufbewahrung & Erweitert
- Kunden-Bestätigungs-E-Mail beim Annehmen senden – standardmäßig an. Den Text bearbeiten Sie unter Einstellungen > E-Mail-Vorlagen.
- Analyse-Aufbewahrung (Tage) – Standard 365. Ältere Angebots-Links, Ereignisse und Annahme-Datensätze werden durch die tägliche Aufräum-Aufgabe entfernt.
- Log-Level (Erweiterungskanal) – Standard Warning. Erhöhen Sie es nur während einer Fehlersuche.
- PayPal-Wallet: Upsell per zweiter Freigabe einziehen, wenn kein Vault-Token vorhanden – standardmäßig an. Damit können PayPal-Wallet-Kunden ohne gespeicherte Zahlung den Zusatzbetrag mit einer kurzen Bestätigung bei PayPal freigeben. Die PayPal-Kartenmethode (ACDC) gilt nur für gespeicherte Karten; eine Kartenbestellung ohne gespeicherte Karte erhält kein Angebot.
Pro Verkaufskanal: Hauptschalter, Gültigkeit des Angebots-Links, Kunden-E-Mail und PayPal-Wallet-Bestätigung können je Verkaufskanal überschrieben werden. Analyse-Aufbewahrung und Log-Level gelten global.
2. Kampagne anlegen
Öffnen Sie Kampagnen > Kampagne hinzufügen. Eine Kampagne ist Ihre Regel; das Angebot ist das, was ein Kunde für eine konkrete Bestellung sieht. Das Detailformular hat drei Reiter; die Leiste Bereit zum Aktivieren? darüber zeigt die wenigen Pflichtschritte. Neue Kampagnen starten inaktiv.
- Reiter Kampagne – interner Name (je Sprache übersetzbar), Aktiv-Schalter, optionaler Gültig-ab/bis-Zeitraum, Priorität und Verkaufskanäle. Der genaueste Auslöser gewinnt; höhere Priorität entscheidet zwischen gleich genauen Kampagnen. Darunter die Anzeige-Bedingung: Auslöser (Immer, bestimmtes Produkt, Kategorie oder Hersteller) sowie Filter nach Netto-Bestellwert, Kundengruppen, Versandländern und ausgeschlossenen Produkten. Neue Kampagnen starten mit allen Verkaufskanälen ausgewählt; ohne Verkaufskanal läuft die Kampagne in keinem Kanal.
- Reiter Angebot – Angebotsprodukt, Menge, Rabattart und Rabattwert. Darunter die Texte der Angebotsseite, alle optional und je Sprache übersetzbar: Kennzeichnung über der Überschrift, Überschrift, zwei Unterzeilen (mit und ohne kurze Bestätigung), Kurzargument, Produktvorteile sowie beide Button-Texte. Die Platzhalter %product% und %price% setzen Auslöserprodukt und tatsächlichen Preis ein. Hier weisen Sie auch das Layout zu: die eingebaute Standard-Angebotsseite oder das mitgelieferte Erlebniswelten-Layout Post-purchase offer.
- Reiter Abwicklung – erlaubte Zahlungsarten: Rechnung, Vorkasse, Nachnahme, Lastschrift sowie PayPal-Wallet und PayPal-Kredit-/Debitkarte. Ist diese Liste leer, läuft die Kampagne nie. Danach wählen Sie Dokumenten-, Versand-, Bestands-Richtlinie und Warenkorb-Rabatte. Die Standardwerte sind konservativ: blockieren, wenn ein Dokument existiert; nur anbieten, wenn der Versand gleich bleibt; verfügbaren Bestand verlangen; Angebot unterdrücken, wenn ein Warenkorb-Rabatt vorhanden ist.
Speichern Sie die Kampagne und prüfen Sie sie mit Angebotsseite ansehen direkt in der Live-Vorschau – je Verkaufskanal und Sprache, ohne Testbestellung. Geben Sie anschließend eine Testbestellung mit einer unterstützten Zahlungsart auf.
3. So wird das Angebot ausgewählt
- Pro Bestellung wird nur ein Angebot gezeigt: die am besten passende berechtigte Kampagne – der genaueste Auslöser gewinnt (Produkt vor Kategorie/Hersteller vor jeder Bestellung), die Priorität entscheidet zwischen gleich genauen.
- Eine Kampagne ist nur berechtigt, wenn sie aktiv ist, im Gültigkeitszeitraum liegt, der Auslöser passt, Netto-Bestellwert, Kundengruppe, Versandland und Zahlungsart passen, kein ausgeschlossenes Produkt in der Bestellung liegt und das Angebotsprodukt nicht bereits in der Bestellung enthalten ist.
- Sind zwei gleich genaue berechtigte Kampagnen mit derselben Priorität, gewinnt die zuletzt bearbeitete Kampagne. Verwenden Sie unterschiedliche Prioritäten für Kampagnen derselben Stufe, wenn die Reihenfolge eindeutig sein soll.
- Ist das Angebotsprodukt der Top-Kampagne gemäß Bestands-Richtlinie nicht verfügbar oder blockiert die Versand-Richtlinie das Angebot, wird stattdessen die nächste berechtigte Kampagne gezeigt.
- Wichtig: Kampagnenbedingungen werden beim Annehmen erneut geprüft. Passen Betrag oder Menge nicht mehr zum gezeigten Angebot, bricht die Annahme sicher ab. Deaktivieren Sie eine Kampagne trotzdem, bevor Sie Produkt, Preis, Menge oder Rabatt ändern, und aktivieren Sie sie danach wieder.
4. Zahlungsabwicklung einrichten
- Rechnung, Vorkasse, Nachnahme und Lastschrift – solange die Bestellung noch unbezahlt ist, wird der Zusatzbetrag zur bestehenden Bestellsumme hinzugefügt. Es entsteht keine Nachbelastung.
- PayPal mit gespeicherter Zahlung – hat der Kunde eine gespeicherte (vaultete) PayPal-Zahlung oder ACDC-Karte, wird der Zusatzbetrag still nachbelastet, bevor der Artikel zur Bestellung hinzugefügt wird.
- PayPal-Wallet ohne gespeicherte Zahlung – ist die Wallet-Bestätigung aktiviert, bestätigt der Kunde den Zusatzbetrag kurz bei PayPal. Danach wird der Artikel zur bestehenden Bestellung hinzugefügt.
- Die Nachbelastung wird als eigene PayPal-Transaktion erfasst und kann im PayPal-Reiter der Bestellung erstattet werden.
- Eine PayPal-Kartenbestellung (ACDC) ohne gespeicherte Karte erhält kein Angebot. Kartenzahlungen über Stripe, Mollie oder Adyen sowie Klarna-Zahlungen werden in dieser Version nicht automatisch nachbelastet.
- Wird die stille Nachbelastung bei einem vaulteten PayPal-Kunden abgelehnt, gibt es für diesen Fall keinen Rückfall auf die kurze Bestätigung.
Die ursprüngliche Bestellung bleibt geschützt: Lehnt der Kunde ab oder kann der Zusatzartikel nicht abgeschlossen werden, bleibt die Bestellung genau wie aufgegeben und es entsteht keine zweite Bestellung.
PayPal-Checkliste
- Installieren und konfigurieren Sie die offizielle SwagPayPal-Erweiterung – getestet mit SwagPayPal 8.x auf Shopware 6.5, 9.x auf 6.6 und 10.x auf 6.7.
- Aktivieren Sie PayPal Vaulting, damit registrierte Kunden PayPal für spätere Nachbelastungen speichern können.
- Testen Sie zuerst in der PayPal Sandbox.
- Vor dem Livegang verbinden Sie ein Live-PayPal-Business-Konto, aktivieren Vaulting erneut für Live und aktivieren Reference Transactions auf dem PayPal-Konto. Die stille PayPal-Nachbelastung wird abgelehnt, bis Reference Transactions aktiv ist.
- Lassen Sie die PayPal-Wallet-Bestätigung als Sicherheitsnetz für Wallet-Kunden ohne gespeicherte Zahlung eingeschaltet.
5. Prüfen und betreiben
- Status-Reiter: Starten Sie hier, wenn kein Angebot erscheint. Geprüft werden Hauptschalter, aktive Kampagnen, aktive Angebotsprodukte, Storefront-Route, Zusatzfelder für Bestellung und Position sowie der Shopware-Versionshinweis.
- Analyse-Reiter: verfolgen Sie die Kennzahlen Angezeigt, Angenommen, Abgelehnt, Fehlgeschlagen, Annahmequote, Zusatzumsatz, Durchschnittlicher Upsell-Wert und Umsatz je 100 Bestellungen. Es gibt Zeitraum-Vorgaben, eigene Zeiträume, Kampagnen- und Verkaufskanal-Filter, einen Umsatzverlauf pro Tag und eine Auswertung je Kampagne.
- Aktivität-Reiter: ein Feed je Bestellung mit dem Ergebnis jedes Angebots und dem Unterdrückungsgrund in Klartext. Bei einem fehlgeschlagenen Angebot übergibt Technische Details kopieren den vollständigen Fehler an Ihren Dienstleister oder den Support.
- Berechtigungen: weisen Sie Rollen unter Einstellungen > Benutzer & Berechtigungen zu. Verfügbar sind Betrachter, Bearbeiter, Ersteller, Löscher, Analyse-Betrachter, Status-Betrachter und Log-Betrachter (für den Reiter Aktivität). Rollen bauen aufeinander auf, Ersteller enthält also bereits Bearbeiter und Betrachter.
- Datenschutz und Bereinigung: Angebots-Links nutzen einmalige, zeitlich begrenzte Tokens. Angebotsseiten werden nie gecacht und sind auf noindex gesetzt. Die tägliche Bereinigung entfernt alte Links, Ereignisse und Datensätze nach der Analyse-Aufbewahrung; verwendete, abgelehnte und abgelaufene Links werden nach 7 Tagen entfernt.
- Bestellhistorie: angenommene Upsells schreiben Markierungen an die Bestellung und an die hinzugefügte Position, damit Kampagne und Zusatzartikel später erkennbar bleiben.
- CLI für Fortgeschrittene: optionale Befehle sind cwk:ppu:cleanup, cwk:ppu:install-default-layout und cwk:ppu:analytics:show.
Die vollständige Anleitung mit Screenshots und genauer PayPal-Einrichtung finden Sie unter commercewerk.de/docs/shopware/post-purchase-upsell.
Deinstallation: mit Shopwares Option Benutzerdaten behalten bleiben Kampagnen, Analysen, Einstellungen und E-Mail-Vorlage erhalten. Ohne diese Option werden die Daten der Erweiterung und das mitgelieferte Angebotslayout entfernt. Selbst erstellte Erlebniswelten-Layouts und bereits auf frühere Bestellungen geschriebene Upsell-Markierungen bleiben erhalten.