Digitaler Produktpass DPP ESPR | Pflichtangaben vor dem Kauf zeigen
Beschreibung
Highlights
Über die Erweiterung
Der 18. Februar 2027 steht bereits fest. Ab diesem Tag braucht jede Traktions-, Zweirad- und Industriebatterie über 2 kWh einen digitalen Produktpass, abrufbar über einen QR-Code am Produkt. Wer solche Ware verkauft, steht dann vor einer Aufgabe, die kein ERP und kein PLM löst. Denn die Pflicht hängt an der Produktseite, und die rendert dein Shop.
Das Problem
Artikel 32 der Ökodesign-Verordnung nimmt ausdrücklich Händler in die Pflicht, nicht nur Hersteller. Der Produktpass muss Kunden und potenziellen Kunden leicht zugänglich sein, ausdrücklich auch im Fernabsatz. Ein QR-Code, der erst auf dem gelieferten Karton klebt, erfüllt das nicht. Ein PDF im Downloadbereich ebenso wenig: Den Pass lesen Jahre nach dem Verkauf auch Werkstätten, Verwerter, Zoll und Marktüberwachung. Ohne Konto in deinem Shop, oft lange nachdem das Produkt aus dem Sortiment geflogen ist.
Die Lösung
Das Plugin bringt den Produktpass an die zwei Stellen, an denen er hingehört. Auf der Produktseite erscheint ein eigener Passbereich mit den öffentlichen Pflichtangaben, sichtbar vor dem Kauf. Dahinter liegt eine dauerhafte Adresse nach dem Muster /dpp/kennung, die ohne Anmeldung und ohne Einwilligung funktioniert, in Deutsch, Englisch und Niederländisch antwortet und dieselben Daten auf Anfrage als JSON ausliefert. Der QR-Code auf dem Produkt zeigt genau dorthin.
Was du davon hast
Du erfüllst die Zugänglichkeitspflicht genau dort, wo sie entsteht. Der Passbereich sitzt wahlweise in einem eigenen Reiter neben Beschreibung und Bewertungen, unter der Kaufbox oder unter der Produktbeschreibung. Du entscheidest das pro Verkaufskanal in der Konfiguration, ohne Template-Anpassung.
Du musst dafür kein Hersteller sein. Im Betriebsmodus Händler zeigt das Plugin die Pässe deiner Lieferanten und prüft in einem festen Abstand, ob deren Adressen noch antworten. Bricht ein Verweis weg, siehst du das in der Konformitäts-Übersicht, statt es vom Kunden zu erfahren.
Ein neuer Pass ist nicht leer. Was der Shop schon weiß, steht drin: Bezeichnung, Modellkennung, GTIN, Hersteller, Produktgruppe, Datum des Inverkehrbringens, Produktbild. Was für dein ganzes Sortiment gilt — Rücknahmeseite, Recyclinghinweise, getrennte Sammlung — trägst du einmal je Verkaufskanal in die Einstellungen ein. Was am Hersteller hängt, pflegst du einmal beim Hersteller. Von 14 Pflichtfeldern des mitgelieferten ESPR-Schemas bleiben so 5 übrig, und wenn deine Warenwirtschaft die mitgelieferten Freitextfelder füllt, keines.
Geschäftsgeheimnisse bleiben geschützt. Jedes Passfeld trägt eine von sechs Sichtbarkeitsstufen: öffentlich, Käufer, Reparateur, Verwerter, Behörde, vertraulich. Wer mehr als die öffentliche Stufe sehen will, weist sich über ein Zugriffstoken, ein Client-Zertifikat oder seine Bestellnummer aus. Rezepturen und Lieferantenpreise stehen damit im Pass, aber nicht im Netz.
Deine Pässe sind nachweisbar unverändert. Fassungen werden nur angehängt, nie überschrieben, und jede Fassung ist über eine Hashkette mit ihrer Vorgängerin verbunden. Auf Wunsch signierst du sie zusätzlich. Unter /dpp/kennung/verify prüft das jeder selbst, auch die Behörde, ohne dich zu fragen.
Druckfertige Datenträger entstehen im Backend, nicht in Photoshop. QR-Code, Data Matrix, NFC-Nutzlast und ein A4-Etikettenbogen mit 14, 24 oder 40 Etiketten. Dazu eine Typenschild-Ansicht mit Layout-Editor je Schema, die du als Bild in die Mediathek exportierst.
Dein Warenwirtschafts-Import bleibt schnell. Das Plugin arbeitet im Schreibvorgang nicht. Ein Produkt-Schreibereignis legt nur Einträge in eine Arbeitswarteschlange, die danach in Bändern läuft, idempotent und nach einem Abbruch wiederaufnehmbar. Signieren, Rendern und Register-Aufrufe passieren dort, nicht im Request.
So arbeitet das Plugin
Am Anfang steht ein Schema. Zwei sind mitgeliefert: ESPR-generisch mit 51 Feldern in 8 Abschnitten und EU-Batterie nach Anhang XIII mit 83 Feldern in 10 Abschnitten. Ein Schema-Editor im Backend legt eigene an oder passt die mitgelieferten an, versioniert und mit Export als Datei.
Zu einem Produkt entsteht daraus ein Pass, wahlweise für das Modell, eine Charge oder das Einzelstück. Du füllst die Felder im Backend, über einen CSV-Import mit Spaltenzuordnung und Probelauf, oder per Admin-API direkt aus dem ERP. Ist der Pass fertig, veröffentlichst du ihn. Falsch geworden? Ein veröffentlichter Pass wird zurückgezogen, nicht gelöscht, weil er der Nachweis für den Käufer ist.
Der Bereich in der Administration bringt zehn Seiten mit: Passliste, Passdetail mit Fassungsvergleich und Signaturstatus, Schemaverwaltung, Konformitäts-Übersicht, EU-Register, Datenträger, Import und Warteschlangenstand, dazu einen Reiter am Produkt. Die Berechtigungen sind in drei Gruppen getrennt, weil in der Praxis verschiedene Personen zuständig sind: Pässe pflegen, Schemata verwalten, Register bedienen.
Typische Einsatzszenarien
Der Batteriehändler mit harter Frist. Du verkaufst E-Bike-Akkus und Speicher über 2 kWh. Du legst das Anhang-XIII-Schema an, importierst die Herstellerangaben als CSV, druckst den Etikettenbogen für die Seriennummern und bist vor dem 18. Februar 2027 lieferfähig.
Der Möbelhersteller mit eigener Produktion. Du erzeugst die Pässe selbst, signierst sie und exportierst das Typenschild als Bild in die Mediathek, das dann auf dem Aufkleber landet. Die Werkstatt, die in fünf Jahren ein Ersatzteil sucht, scannt den Code und bekommt die Reparaturangaben.
Der reine Distributor. Du produzierst nichts, verkaufst aber passpflichtige Ware. Du hinterlegst die Passadressen deiner Lieferanten, das Plugin prüft sie regelmäßig und meldet dir tote Verweise, bevor die Marktüberwachung sie findet.
Das Headless-Frontend. Fünf Store-API-Routen liefern Pass, Prüfergebnis, Bündelabruf, Produktbezug und Datenträger. Der Datenträger kommt als JSON mit SVG-Markup, damit ein Bild-Tag ohne Access-Key nicht zum Problem wird.
Technische Fakten für deine IT
Shopware 6.7, PHP 8.2 oder neuer. Die QR-Code-Bibliothek lädt Shopware beim Installieren per Composer nach, der Shop muss dafür Composer ausführen dürfen. Das Plugin legt 11 eigene Tabellen an und ändert keine einzige Shopware-Tabelle. Produkt und Bestellposition werden über eigene Tabellen erweitert, jeder Fremdschlüssel liegt beim Plugin.
Im Auslieferungszustand ruft das Plugin keinen externen Dienst auf. Zwei Verbindungen haben einen eigenen Schalter in der Konfiguration und stehen dort auf aus: die Meldung an das EU-Produktpass-Register und die Prüfung der Lieferanten-Passadressen. Zwei weitere entstehen erst, wenn du sie selbst einrichtest, ein Archiv-Ziel für den Export und ein HSM als Schlüsselquelle. Signaturschlüssel landen nicht in der Konfiguration, hinterlegt wird nur ein Zeiger auf Umgebungsvariable, Datei oder HSM.
Für die Anbindung an deine Warenwirtschaft liefert das Plugin ein Freitextfeld-Set an Produkt und Hersteller mit: Herstellerkennung, Bedienungsanleitung, EU-Konformitätserklärung, Rücknahmeseite, Recyclinghinweise, getrennte Sammlung, erwartete Lebensdauer, CO2-Fußabdruck. Ein Wert am Artikel geht dem des Herstellers vor, dieser der Vorgabe des Verkaufskanals. Welches Passfeld woher kommt, steht im Schema und ist damit ohne Codeänderung umstellbar.
Das Zugriffsprotokoll ist abschaltbar, speichert die IP-Adresse auf Wunsch gar nicht oder gekürzt und räumt sich nach der eingestellten Frist selbst auf. Die Passseite läuft über den HTTP-Cache mit einstellbarer Dauer und wird bei jeder Passänderung gezielt invalidiert. Alles ist pro Verkaufskanal schaltbar, der Schalter oben in der Konfiguration legt das Plugin für einen Kanal komplett still. Bei der Deinstallation entscheidest du über die Shopware-Rückfrage, ob die Passdaten bleiben oder mit den Tabellen verschwinden.
Ehrlich gesagt
Das Plugin ist Träger und Veröffentlicher deiner Passdaten, nicht ihre Quelle. CO2-Fußabdruck, Materialherkunft und Lieferkettenangaben entstehen in deinem PLM, ERP oder LCA-Werkzeug, und wenn dort nichts steht, steht auch im Pass nichts. Die Anmeldung als verifizierter Wirtschaftsakteur beim EU-Register bleibt ein einmaliger Verwaltungsvorgang mit Identitätsprüfung, den keine Software abnimmt. Und außer für Batterien ist noch kein delegierter Rechtsakt mit Passpflicht in Kraft: Die mitgelieferten Schemata sind belastbare Vorlagen, keine Zusicherung. Genau deshalb sind sie austauschbar gebaut. Wenn du wissen willst, wie weit dein Sortiment betroffen ist, installier das Plugin auf einem Testsystem und leg einen Pass für einen echten Artikel an.
Rechtlicher Hinweis
Wir übernehmen keine Haftung für rechtliche Vorgaben. Bitte prüfe die Nutzung in Abstimmung mit einem qualifizierten Rechtsbeistand.
Details
- Verfügbar in: Englisch, Deutsch, Niederländisch
- Zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2026
- Veröffentlicht: 1. Oktober 2026
- Version: 6.7.0
- Kategorie: Rechtssicherheit
Ressourcen
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